Benötigtes Material:

  • Gasbrenner
  • Impföse nach Knolle
  • Agarplatten oder Agarröhrchen
  • Flächendesinfektion (z.B. Isopropanol Wasser 70/30)

Das hierfür benötigte Material kann entweder in Baumärkten z.B. der Gasbrenner oder den verschieden Haus- und Hobbybrauerläden bezogen werden. Laborbedarfshändler verlangen erfahrungsgemäß einen Gewerbeschein und die Angabe “Privatbrauerei XY” funktioniert nicht mehr. Zudem sind die Verpackungseinheiten oftmals für unsere Zwecke unpraktisch! Für das Isopropanol hat sich zum aktuellen Stand Höfer Chemie erwiesen.

Neben der späteren Herführung eines Starters aus den beimpften Agarböden ist das Beimpfen des Agars der mikrobiologisch heikelste Schritt in der Hefekultivierung bzw. Reinzucht. Aus diesem Grund ist ein möglichst steriles Arbeiten absolut essentiell für den Erfolg! Natürlich hat man in der Regel keine spezielle Laborausstattung zur Verfügung, aber mit Beachtung einiger Grundregeln zum sauberen Arbeiten ist es leicht möglich Hefe im heimischen Umfeld sicher zu kultivieren.

Bevor man mit dem Beimpfen beginnt, ist zunächst auf ein möglichst sauberes Umfeld zu achten. I.d.R. ist der am leichtesten zu reinigende Ort die Küche. Ich verwende meist die Ceranfläche des Herds, da hier das Umfeld leicht zu desinfizieren, das Feld nicht brennbar und der Dunstabzug zudem für die erhöhten Temperaturen des Gasbrenners geeignet ist. Zur Desinfektion bietet sich ein 70%tiges Isopropanol/Wassergemisch an, welches die meisten Hausbrauer bereits besitzen.

Anschließend geht es an das Beimpfen des Nähragars. Zur Sterilisation der Impföse wird diese ausgeglüht. Dazu wird die Impföse schräg nach unten in die nichtleuchtende Flamme gehalten bis die Öse hell aufglüht (vgl. Abb. XXX), anschließend der Ösenhals mehrmals durch die Flamme gezogen. Nach dem kurzen Abkühlen wird die Öse mit der zu übertragenden Hefe benetzt (vgl.Abb. XXX) und in einer wellenförmigen Bewegung auf das Agarröhrchen von hinten nach vorne aufgebracht (vgl. Abb. XXX). Hierbei ist zu beachten, dass möglichst keine ungebetenen Keime auf das Nährmedium gelangen können. Dazu werden die Agarröhrchen im geöffneten Zustand immer mit der Öffnung nach unten gehalten und die Deckel möglichst nicht abelegt, sondern in der Hand gehalten werden (vgl. Abb. XXX). Nach der Beimpfung werden die Kulturröhchen die ersten 1-2 Wochen nur locker verschlossen, um das bei der Vermehrung der Hefe entstehende CO2 ausgasen lassen zu können. Nach dieser Zeit findet keine merkliche Vermehrung der Hefe mehr statt und die Röhrchen sollten fest verschraubt werden. Die so kultivierte Hefe übersteht ca. 6-12 Monate an einem kühlen und dunklen Ort.